Aschkenas

Seit 1700 Jahren die Wiege des in Deutschland verwurzelten, europäischen Judentum. Aschkenas bezeichnet nach der rabbinischen Literatur des Mittelalters, die von Juden bewohnten Regionen nördlich der Alpen. Die hier beheimatete jüdische Kultur ist über Jahrhunderte hinweg, geprägt vom europäischen Leben.

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bild aschnkenas

Namensgebung

Ursprünglich handelte es sich bei Aschkenas um eine Gebietsbezeichnung, welche auf Angaben aus der Tora zurückging.

Herleitung aus der heiligen Schrift

Deutung in der rabbinischen Literatur

Aschkenas war ein Sohn des Gomer, eines Nachfahre Noahs
„Die Söhne Gomers sind Aschkenas, Rifat und Togarma.“ (Gen. 10,3)

Aschkenas war eines der Königreiche im Norden
„Ararat, Minni und Aschkenas“ (Jer. 51,27f)

Aus Gomer, wurde Germamia, bezogen auf die kleinasiatische Stadt Germanikeia.

Die einstige römische Provinz Germania, welche im Norden des Reiches zu finden war, wurde als „Königreich im Norden“ und „Aschkenas „erkannt“ und fortan so bezeichnet.

Datierung

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland geht als Datierung auf das am 11. Dezember 321 erlassene Edikt von Kaiser Konstantin zurück. Es besagt, dass der Stadtrat von Köln dazu befugt sei, Juden für den Stadtrat zu Köln zu verpflichten.

Die Quelle belegt damit, dass es bereits zu Beginn des 4. Jahrhunderts eine bedeutende jüdische Gemeinde in Köln gegeben haben muss. Da liegt der Schluss nahe, dass es sich hierbei auch um die vermutlich älteste jüdisch-aschkenasische Gemeinde handelt.

Wiegen
aschkenasischer
Kultur

In den Metropolen des mittelalterlichen Europas entstanden bedeutsame jüdische Gemeinden

SCHuM-Städte
Das Akronym steht für die drei mittelalterliche Städte Mainz, Speyer und Worms, welche alle über bedeutende jüdische Gemeinden verfügten, die zwischen 800-1100 n. d. Z. entstanden.

Speyer
Das „SCH“ entlehnt sich dem hebräischen Anfangsbuchstaben der jüdischen Gemeinde in Speyer, genannt „SCHpira

Die jüdische Gemeinde in Speyer entstand gegen Ende des 11. Jahrhunderts. Auf Wirken Bischofs Rüdiger Huzmann (auch Huozmann) und mit ausdrücklicher Billigung Heinrich IV. nahm Speyer im Jahre 1084 eine größere Anzahl Jüdinnen und Juden auf, die aus Mainz und anderen rheinischen Städten abwanderten bzw. abgeworben wurden. 

Der Familienname Schapiro oder Schapura erinnert heute noch an die Herkunft aus Speyer.

Worms
Das „U“ von SCHuM entstammt dem Anfangsbuchstaben des Namens Warmaisa für Worms. Im hebräischen Alphabeth „Waw“, latinisiert ein „U“.

Die jüdische Gemeinde in Worms entstand im 9. Jahrhundert, als jüdische Familien und Händler zuzogen. Das Gebiet sollte nach dem Bestreben der damaligen Herrscher urbanisiert werden. Die älteste Quelle über jüdisches Leben in Worm ist die Bauinschrift der Synagoge Worms. Sie stammt aus dem Jahr 1034. Diese ist zudem die älteste erhaltene Bauinschrift einer Synagoge nördlich der Alpen überhaupt.

Mainz
Das „M“ in SCHuM steht für den Anfangsbuchstaben der Stadt Mainz, im hebräischen Magenza.

Die jüdische Gemeinde in Mainz existierte vermutlich schon zur Zeit der Römer, also vor dem 5. Jahrhundert. Als Indiz hierfür wird die für die damalige Zeit außergewöhnlich große Bedeutung von Mainz als Handelsstadt hervorgehoben. Der erste sichere Nachweis einer jüdischen Gemeinde stammt jedoch aus einer Überlieferung rabbinischer Rechtsgutachten aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. 

Köln
Köln und die dort ansässige jüdische Gemeinde findet im Edikt Kaiser Konstantins von 321 Erwähnung. Dieses bietet die Grundlage für das Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Es handelt sich hierbei um den ältesten Nachweis für bestehende jüdische Gemeinden in der Region des heutigen Deutschland.

Jüdisches Leben
in deutschland

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Förderung

Festjahr 2021 jüdisches Leben in Deutschland

Kooperationspartner 
„Rückkehr nach Aschkenas“